Die Ware Kunst verkauft sich unter Kriterien, die dem Laien häufig nur schwer nachvollziehbar erscheinen. Dieses Umstands war sich auch Ben Kaufmann bewusst, als er nach einem absolvierten Kunststudium am Beginn seiner Karriere stand. Zwar gelang es ihm recht früh seine Skulpturen und Bilder in Ausstellungen zu zeigen, jedoch wusste er, dass er auch namhafte Galeristen für sich gewinnen musste, wenn er auf dem Kunstmarkt erfolgreich sein wollte. Weil ihm dieser Weg zu unsicher und langwierig erschien, gründete er im Jahre 2004 mit dem Geld, dass er sich als Assistent eines erfolgreichen Künstlers und als Hilfskraft einer Galeristen zusammengespart hatte, seine eigene kleine Galerie in München. Dort stellte er das Werk des ehemaligen Kommilitonen Bernd Ribbeck aus und verkaufte es für knapp 2.000 Euro an die Sammlung des Lenbachhauses, die in der Kunstszene als bedeutend gilt.
Rasanter Aufstieg des Galeristen Ben Kaufmann
Von nun an ging es für Ben Kaufmann steil bergauf. Bereits im ersten Jahr seiner Tätigkeit als Galerist schrieb er schwarze Zahlen. Doch dann wurde ihm sein Erfolg zum Verhängnis. Inzwischen in Künstler- und Galeristenkreisen hoch geschätzt bekam er nun Einladungen zu allen wichtigen Kunstmessen und hatte auch den Standort seiner Galerie von München nach Berlin verlagert. Die größeren, wesentlich teureren Galerieräume in Berlin, die Messestände in New York, Los Angelos und Mexiko sowie auch das Sponsoring für seinen alten Fußballverein in Baden-Württemberg verschlangen Unsummen. Daneben schmälerte das monatliche Gehalt für seine beiden Angestellten in Berlin natürlich die Gewinne. All diese Kostenfaktoren führten dazu, dass er nach 7 Jahren der Tätigkeit als Galerist niedrigere Einnahmen hatte als zu Beginn.
Kaufmann zieht die Reißleine
Obwohl er längst auf dem Kunstmarkt eine Rolle spielte und die von ihm betreuten Künstler in der Szene sehr erfolgreich waren, fehlte ihm dennoch das Kapital, um in die oberste Liga aufzusteigen. Er hatte nie versucht seine Gewinne zu maximieren, sondern immer direkt in neue Kunst investiert. Jetzt zieht es Kaufmann zu neuen Ufern. Er hat seine alte Liebe zum Fußball wiederentdeckt und will sich nun als Fußballtrainer etablieren. Erste Lehrgänge hat er bereits absolviert, Praktika bei namhaften Klubs sind schon initiiert. Wir dürfen gespannt sein, wie der Künstler Ben Kaufmann seine Leidenschaft für die Kunst mit dem Sport verbindet, denn schon heute zieht es Kaufmann jedes Wochenende ins Stadion, wo er die Spieler fotografiert.

