Die Kunstmesse Tefaf im niederländischen Maastricht bietet Meisterwerke zu spektakulären Preisen an. Der Besucher läuft auf dicken Teppichen. Tausende Blumen stehen überall, der Champagner scheint nie zu versiegen und die Terrinen mit Steinpilzen und Fischfilets auf Trüffel Kartoffeln scheinen auch kein Ende zu nehmen. Die Händler bieten an den Ständen besondere Kostbarkeiten an. Es sind Marmorstatuen, die aus dem alten Rom kommen, silbernes Zaumzeug, das in Argentinien gefertigt wurde und auch Zero-Kunst. Für diese Kostbarkeiten muss man allerdings nicht nur einige Scheine hinlegen, sondern sehr viele.
Zum Beispiel kostet ein Wimmelbild von Pieter Brueghel dem Jüngeren gut vier Millionen Euro.
Hier sollen für die zehn Messetage siebzig Prozent aller Altmeistergemälde, die derzeit weltweit im Handel verfügbar sind ausgestellt sein. Beim englischen Händler Johnny van Haeften ist nun zum Beispiel auch das Gemälde “Mensch zwischen Tugend und Laster”, das Frans Francken, der Jüngere ( geboren 1581, gestorben 1642) gemalt hat, wieder aufgetaucht. Im letzten Jahr war es für einen Rekordpreis im Wiener Auktionshaus ersteigert worden. Nun, kaum ein Jahr später, soll es nicht nur sieben, sondern gleich zehn Millionen Euro kosten. Der Händler hat es mit einigem Aufwand restaurieren lassen. Bisher sei es noch nie gesäubert worden. Jetzt strahlt es wirklich, als sei es gerade erst gemalt worden. Rembrandt bekommt man am Stand einer New Yorker Galerie. Sein Gemälde eines unbekannten Mannes kostet 47 Millionen Dollar und ist das teuerste der Kunstmesse.

