Der portugiesische Künstler Vhils hat eine ungewöhnliche und explosive Art Kunst zu erschaffen. Er sprengt Portraits von unbekannten Menschen, von Alltagshelden oder Menschen, die er auf dem Flohmarkt traf, in die Wände von abrissreifen Häusern. Immer häufiger bekommt er aber auch spezielle Aufträge wie zum Beispiel die Sprengung der Filmfiguren der neuen Steven-Spielberg-Serie Falling Skies. Vhils zeigt sich beeindruckt von nostalgischen Wandmalereien in Portugal aus den Siebzigern, die zunehmend von Werbetafeln und Graffiti überdeckt wurden. Ihn faszinieren die sich überlagernden Schichten und die Suche nach dem Zugrundeliegenden stellt für ihn ein Symbol für seine Suche nach der eigenen Identität dar. Der Künstler sagt von sich selbst, dass er mit dem Konzept des Vandalismus spielt. Das Sprengen der Hauswände sei zwar Vandalismus, doch er mache das nicht um zu zerstören, sondern um etwas Neues zu erschaffen. Die beeindruckenden Portraits entstehen auf die folgende Weise: Zunächst meißelt Vhils seine Zeichnung in die Wand und bringt Sprengstoff auf die offenen Flächen auf. Daraufhin verputzt er die Wand wieder und sprengt das Ganze dann in die Luft. Dabei entstehen die riesigen Portraits. Vhils legt großen Wert darauf sein Schaffen zu filmen. Das fertige Kunstwerk ist ihm nicht so wichtig, wie sein Entstehen. Die Explosion, die das Werk offenbart, hat laut Vhils eine besondere Wirkung auf den Betrachter. Dass die fertigen Kunstwerke oftmals kurz nach dem Entstehen zerstört werden, stört Vhils nicht – denn das gehört zu einer Stadt dazu.

