Der Dokumentarfilm “Bruder Schwester” beschäftigt sich mit dem Vertrauen in Gott und indirekt mit der Aufarbeitung des Todes von Matthias, dem Bruder der Regisseurin Maria Mohr.
In ihrem Langfilmdebüt begleitet die Autorin ihre Tante Ingrid auf deren Reise nach Spanien zum Kloster des Trappisterordens ?San Isidro de Dueñas?.Ingrid, selbst Nonne, begibt sich auf die Spuren des heilig gesprochenen Mönchs Rafael Arnáiz Barón, dessen Schriften und Gedanken sie seit Jahren ins deutsche übersetzt und verbreitet. Genauso wie der Bruder der Regisseurin verstarb auch Rafael in jungen Jahren.
Der Film zeigt unter Anderem die Parallelen zwischen den beiden Männern die sich früh mit dem Tode auseinandersetzten.Der 2009 in Rom heilig gesprochene Rafael trat mit 23 Jahren als Novize in das spanische Kloster ein, welches auch Matthias kurz vor seinem Tod besuchen sollte.
Für ihren Film “Bruder Schwester” hat Maria Mohr selbst für einige Zeit im Kloster gelebt. Im Verlauf des Filmes stellt sie viele, teilweise kritische Frage, die nicht alle beantwortet werden können wie zum Beispiel die Frage nach dem Umgang mit der eigenen Vergänglichkeit.
Mohr möchte in ihrem Film die Erinnerung an ihren eigenen Bruder festhalten, indem sie immer wieder Bilder Töne und Erinnerungen von Matthias einfließen lässt. Auch thematisiert der Film als Nebenprodukt das teilweise angespannte Verhältnis der beiden Frauen zueinander, die den Lebensweg der Anderen infrage stellt.
Am Ende wird deutlich wie identisch sich die Frage nach dem Glauben und dem Tod durch zwei unterschiedliche Epochen zieht: Einmal in Spanien Anfang des letzten Jahrhunderts und einmal in Nachkriegsdeutschland.

